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Fesselnde "schwule" Liebesgeschichte und Plädoyer für Toleranz in einem,
21. Dezember 2007
von Kasi

Dieser Roman wartete mit (mindestens) drei positiven Überraschungen für mich auf.

Was mich zunächst besonders beeindruckt hat an KARAN ist die Leichtigkeit, mit der es Sonju DiCarmen gelungen ist, über immerhin fast 900 Seiten einen Spannungsbogen so fesselnd aufrecht zu erhalten, dass man als Leser nicht ein einziges Mal darüber schimpft, dass sich die Autorin nicht kürzer fassen konnte, sondern eher darüber, dass der Tag nur 24 Stunden hat und es ja leider noch andere Dinge gibt, die zu erledigen sind außer zu lesen. Die Ereignisse um Dev und Karan schaffen es, die heikle Balance zwischen Folgerichtigkeit und Überraschungsmomenten in der Geschichte zu halten. Wirklich beeindruckend.

Verblüffend ist auch wie die Standpunkte aller Beteiligten berücksichtigt und dargestellt werden (außer des "Bösen" vielleicht, aber wer will den schon gerechtfertigt sehen?!). Durch die Beleuchtung aller Positionen schafft die Autorin eine Romanatmosphäre (wenn es so etwas gibt) des Verständnisses und der Toleranz. Natürlich ist dabei nicht alles heile, langweilige Welt. Es wird gestritten, sich missverstanden und Verletzungen zugefügt, absichtlich und unabsichtlich, was das Zeug hält. Doch worauf das Buch letztendlich überzeugend hinaus will, so scheint mir insbesondere im Hinblick auf die zahlreichen, wirklichkeitsnahen Dialoge, ist, dass Reden für das Funktionieren einer Beziehung jedweder Art unerlässlich ist.
Die Dialoge selbst sind optisch übrigens anders, als man es als eifriger Leser gewohnt ist, indem die wörtliche Rede einer Person immer durch deren Kürzel eingeleitet wird. Dadurch entsteht ganz dezent der Eindruck von Theaterdialogen eingebettet in einem Roman, was ja vor dem Hintergrund der Theaterwelt, in der sich die Handlung abspielt, durchaus reizvoll ist. Abgesehen davon lässt es sich erstaunlich flüssig/lebendig lesen.

Und um einmal auf das Thema Homosexualität einzugehen, dass in KARAN naturgemäß eine große Rolle spielt und für viele vielleicht ungewohntes Terrain ist (Sonju DiCarmen schildert schwule Liebe mit sehr aufschlussreicher Sorgfalt und Liebe zum erotischen Detail!): nach ungefähr 50 Seiten "vergisst" man, dass das Liebespaar des Romans aus zwei Männern besteht. Das meine ich insofern absolut positiv, weil dadurch sehr deutlich wird, dass es im Grunde vollkommen egal ist, wer wen liebt und warum und überhaupt. Es sind zwei Menschen, die sich da lieben, mit allem Gutem und Schmerzlichen, was dieses große Thema so hergibt. Und das ist nicht nur das einzige, worauf es wirklich ankommt. Das ist womöglich auch der größte Verdienst, den man diesem Buch zuschreiben kann. Absolut empfehlenswert.

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Hinreißende Selbstfindungsgeschichte - romantisch, traurig, sexy und sehr gefühlvoll, 12. Dezember 2007
von Adrian

Extrem kurz zusammengefasst geht es in Karan" um den temperamentvollen Halbinder/Halbengländer Dev, der in London auf den schüchternen Karan trifft und sich nach einer gemeinsamen Nacht in den jungen Mann verliebt (umgekehrt natürlich auch!). Sie beschließen Freunde zu werden, da Dev verheiratet ist und Karan und er zukünftig im Theater von Karans Vater zusammenarbeiten werden. Das hat sich Dev jedoch leichter vorgestellt, als es dann tatsächlich ist, denn er kann sich neben seinem Kampf mit all den kleinen und großen Schicksalsschlägen des Alltags einfach nicht von seinen Gefühlen für Karan lösen, so dass sein Leben in den nächsten Jahren alles andere als langweilig wird.

Mein erster Eindruck, nachdem ich dieses Buch (zugegebenermaßen ziemlich verheult) zu Ende gelesen hatte, war, dass Karan" wohl das realistischste, aber auch gleichzeitig das unrealistischste Buch ist, das ich seit langer Zeit in die Hände bekommen habe.

Realistisch, weil ich so viele Eigenschaften und Eigenarten in den beschriebenen Personen wiedererkennen konnte, die ich auch im wirklichen Leben in den Menschen um mich herum beobachten kann. Der Wiedererkennungseffekt in vielen der fiktiven Situationen ist unheimlich groß. Die Figuren in Karan" sind bis zur kleinsten Nebenfigur so liebevoll mit einem eigenen Charakter ausgestattet, haben Ecken und Kanten, tun Richtiges und genauso auch Falsches, ohne dabei aber unsympathisch oder gar langweilig zu werden. Es sind eben wirklich richtige Menschen". Es war schon komisch beim Lesen, weil ich ab und zu dachte, wenn Dev oder Karan oder Tara oder Amarkant oder einer der anderen mal wieder so richtig daneben lag", ja, aber SO ist es doch, wenn man sich in schwierigen Situationen befindet - und an schwierigen Situationen leiden die Protagonisten in diesem Roman wahrlich keinen Mangel.

Unrealistisch dachte ich erst deshalb, weil ich es manchmal kaum glauben konnte, dass es wirklich Menschen geben soll, die sich so sehr anstrengen, um einen anderen glücklich zu machen, oder die sich überhaupt so viel Mühe geben, einen anderen zu verstehen. Und das obwohl der andere so absolut anders ist und dadurch unverständlich und womöglich sogar verletzend wird. Aber der Gedanke an sich ist so wundervoll, dass man es als Leser einfach glauben will und es durch die Art und Weise, wie die Geschichte geschrieben ist, letztendlich auch tut. Ich weiß nicht, wie sie es hinbekommen hat, aber die Autorin von Karan" vermittelt einem diese großen Gefühle so unglaublich geschickt nebenbei", dass man alles nachempfinden kann. Bestimmt wird jeder Leser einen Favoriten haben, mit dem er sich mehr als mit den anderen identifizieren kann, aber das ist für mich fast der wichtigste Punkt - kein Verhalten wird bewertet.
Sonju DiCarmen lässt einen wirklich glauben an dieses wunderschöne ein Leben lang". Aber auch wenn man nicht an so eine große Liebe glauben kann oder mag oder was auch immer - allein die Wonne von der Möglichkeit zu lesen, ist die Lektüre von Karan fünfmal wert.

Ganz hinten im Buch ist ein Verweis darauf, dass 50 Cent von jeder gekauften Ausgabe an die Aids-Hilfe gehen, was ja an sich schon eine prima Sache ist. Aber außerdem steht dort, was das Buch an sich sein soll:
"Karan ist kein Nischenbuch über Homosexualität. Es ist eine Selbstfindungsgeschichte, eine Liebesgeschichte, eine Geschichte über zwei Menschen, die so unterschiedlich sind, dass der Kampf, sich näherzukommen, fast so groß ist, wie die Qual, ohne den anderen zu sein."
Und dass die Geschichte vor allem für Toleranz, für Liebe und für die Kraft, zu sich selbst zu stehen, plädiert und das eine Sache wäre, die jeden Menschen anginge. Tatsächlich fasst das die Aussage des Romans für mich ganz wunderbar zusammen. Und damit ist das Buch gar nicht mehr so unrealistisch...

Ich liebe diesen Roman sehr und kann ihn jedem nur ans Herz legen, der für ein paar Stunden in dem Gefühl einer großen Liebe schwelgen und Anteil daran nehmen möchte, wie sich der hitzköpfige Dev durch sein inneres und äußeres Chaos kämpft. Karan" ist eine wundervoll romantische, witzige, sexy, traurige und flott geschriebene Geschichte über bedingungslose Freundschaft und Toleranz, die viel zu häufig in Vergessenheit gerät, wenn jemand anders ist als man selbst. Der Roman schafft es verblüffend einfach und ohne erhobenen Zeigefinger diesbezüglich eine kleine, aber wichtige Lektion" zu erteilen.

Karan" ist auf jeden Fall der perfekte Schmöker für lange Leseabende mit viel englischem Flair und einem Schuss indischer Exotik und zwei unglaublich liebenswerten Protagonisten, die mir jedenfalls noch lange geblieben sind. Wer ein bisschen mehr erfahren möchte über den Inhalt und die Personen, kann das nachlesen, denn die Autorin hat sogar eine eigene Webseite (www.sonjudicarmen.de).

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Eine großartige Herausforderung, 22. Dezember 2007
von Roland

Das Buch Karan ist eine großartige Herausforderung.

Insbesondere für mich als Hetero, war der Anfang sehr schwer zu lesen. Weil die Liebe zwischen Männern für mich etwas Fremdes war, ist das Buch für mich auch ein "Aufklärungsbuch".

Das schöne an diesem Buch ist, das Schwule genauso lieben, hassen und genau so leiden wie wir Heteros auch. Es bringt Verständnis für Menschen die anders sind, als ich. Nach dem Buch sind Schwule für mich nicht mehr fremd oder geheimnisvoll. Sie sind anders als ich und doch sind sie nicht wirklich anders.

Karan ist auch ein Reiseführer für Indien. Obwohl ich erst im Herbst 2007 in Indien war, könnte ich nach dem Buch gleich wieder in den Flieger steigen. In diem Buch kann man die indische Kultur fühlen.

Karan ist ein Buch welches jeder unbedingt lesen sollte, weil es Verständnis und Toleranz für unsere Gesellschaft produziert.Wenn jeder in unserer Gesellschaft Karan gelesen hat, dann ist unser Leben schöner und interessanter geworden.
Das Leben ist bunt.

Mein Glückwunsch an die Schriftstellerin.

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Wie heiße Schokolade!, 21. Dezember 2007
von Lucy


Der Roman "Karan" ist so wundervoll wie eine Tasse heiße Schokolade - er wärmt bis in die Zehenspitzen, er tröstet, wenn man ängstlich oder einsam ist, und er ist viel zu schnell zu Ende!

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Einfach nur Genial, 7. Januar 2008
von Saaya "John"

Ich habe selten ein Buch gelesen, welches mich so überzeugt hat, wie dieses hier.
Karan zeigt uns das Homosexualität nicht die Gier nach schnellem Sex ist, sondern es erzählt sehr eindrucks und gefühlvoll die Verwirklichung der eigenen Liebeswelt bzw.- vorstellung.
Ich danke für die schönen Stunden.

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Gute Thematik , 18. Februar 2008
Von Blümchen

In unserer Heutigen Zeit sollte man öfters solche Themen in Büchern abhandeln, denn die Hinwendung zu einem gleichgeschlechtlichen Partner verursacht nicht selten in unseren Mitmenschen Unbehagen und wird mit Unverständnis begegnet, da sie gängige Vorstellungen durchbricht.
Daher ist ein solches Buch wie Karan ein guter Versuch um unserer Gesellschaft Objektivität, Respekt und Verständnis gegenüber einer eigentlich im Grunde ebenso normalen Liebe nahe zu bringen.

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Großartig, 7. Mai 2008
Von Thorsten Duetsch (Recklinghausen)  
Selten hat mich ein Buch so sehr gefesselt, wie es der Titel KARAN der Autorin Sonju di Carmen gemacht hat. Ehrlicherweise muss ich gestehen, dass ich es zunächst mit der Angst zu bekommen hatte, als ich diese 860 (!!!) Seiten in den Händen hielt. Aber kaum geöffnet und die ersten Zeilen verschlungen, wollte ich das Buch nicht mehr aus den Händen legen.

In diesem Werk erzählt die Autorin eindrucksvoll die Liebe zweier Männer, Karan und Dev. Eine Liebe, die eigentlich nicht sein darf, aber doch irgendwie ist. Die Autorin schafft es immer wieder für überraschende Momente zu sorgen, sodass die Geschichte niemals langweilig wird: Ganz im Gegenteil. Man möchte immer schneller lesen und immer mehr über seine Helden erfahren. Der Leser hat zwischendurch öfter das Gefühl, dass an dieser Stelle eigentlich Schluss sein müsste, weil es gerade gut passt. Aber da hat man die Rechnung ohne Sonju di Carmen gemacht. Denn sie versteht, genau in diesem Moment einen neuen Faden zu eröffnen und damit die Geschichte noch spannender zu machen.

Menschen, die schon die eine oder andere Beziehung hinter sich haben, werden viele Szenen sehr gut nachvollziehen können. Dieser Roman ist absolut etwas für Menschen, die einen Faible für Herz, Schmerz und Romantik haben. Ein Buch über wahre Liebe und pures Glück. So romantisch und unbeschreiblich schön. Aber Vorsicht ist geboten: Denn hier kullert garantiert die eine oder andere Träne die Wange herunter - auch mal gerne in der Öffentlichkeit. Zu verdanken haben wir das der wundervollen Erzählweise von Sonju di Carmen. Sie schafft es, dass der Leser die Welt ringsumher vergisst und ganz in die Welt von Karan eintaucht. Ja, sie schafft es sogar, dass man sich Karan als Freund wünscht, weil er so ein fantastischer Mensch ist. Daher will man, dass dieses Buch niemals enden möge.

Alles in allem ein tolles Buch mit Bestseller-Qualitäten. Diese Geschichte fesselt und treibt neugierig an, immer weiter zu lesen, sodass man es in jeder freien Sekunde aus der Tasche holt. Und wenn es nur für ein paar Zeilen ist.
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Ein tolles Leseerlebnis..., 31. August 2008
Von Sylva (Frankfurt)
Selten habe ich ein Buch so schnell verschlungen wie Karan. Für mich als Hetero war es natürlich zuerst etwas merkwürdig, über die Liebe zwischen zwei Männern zu lesen, aber irgendwann war das nicht mehr wichtig. Man litt mit den beiden Männer mit, so wie ich auch mit einer Freundin mitleiden würde, die das gleiche mit einem Mann durchlebt. Ich habe jede nur mögliche Gelegenheit zum weiter lesen genutzt und auch mal eine ganze Nacht geopfert, nur weil ich so neugierig war, wie es weitergeht.
Ich kann das Buch sehr empfehlen.

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Leserbriefe

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Unfreiwillig begeistert, 14. Februar 2008
Von Arthur Neumann

Ich bin männlich und hetero (seltsam, dass „Mann“ sich immer bemüßigt fühlt, diese Tatsache zu betonen, wenn von Homosexualität die Rede ist) und hab Karan nicht ganz „freiwillig“ gelesen. Soll heißen, es lag auf dem Nachtisch meiner Freundin, und ich hab aus Langeweile drin rumgeblättert (das Titelbild ließ nicht wirklich Schlüsse zum Inhalt des Romans zu). Aber wie meine Vorredner ganz richtig angemerkt haben, ist dieser Roman fesselnd geschrieben. Man bleibt hängen. Letztendlich hab ich das Buch in einer Woche ausgelesen (normalerweise lese ich eher historische Romane), worüber keiner überraschter sein könnte als ich (nicht mal meine Freundin).

Manches war mir zugegebenermaßen zu emotional (daher vier Sterne, weil ich einfach eine etwas sachlichere Schreibe vorziehe), aber vieles mehr war sehr gut nachvollziehbar. Mir hat Tara besonders gut gefallen, tolle Frau.

Und so im Nachhinein hab ich den Eindruck, dass Karan Berührungsängste abbaut. Da bleibt eine Menge im Kopf, was nachwirkt. Nicht dass ich was gegen Schwule hatte, aber ich bin den Umgang einfach nicht gewohnt. Alles Fremde macht ja zugegebenermaßen Angst oder bewirkt zumindest etwas Unbehagen. Jetzt hab ich irgendwie einen anderen Blickwinkel auf ihr Gefühlsleben gewonnen. Das Buch hat mir da schon die Augen geöffnet auf eine Welt, die meiner gar nicht unähnlich, wenn nicht gar gleich ist.
Insgesamt ist Karan ein überraschendes Leseerlebnis der etwas anderen Art.

Durchaus lohnenswerte Lektüre.